Jnana-Yoga

Wer Jnana-Yoga übt, findet Erfüllung im Weiten des eigenen Bewusstseins.

Die Jnana-Yogini, der Jnana-Yogi richtet seine Kraft und seine Bemühungen auf das eigene Bewusstsein, bis es so weit ist, dass er das ICH BIN in sich findet, das das Leben selbst in sich beinhaltet und damit Lebendigkeit, innere Weite, Leichtigkeit, Frieden, Reinheit, Liebe und Wirksamkeit.

Im Erleben des Menschen gibt es etwas, das ewig und unveränderlich ist, das nie geboren wird und nicht stirbt: das Reine Sein. Die Kunst des Jnana-Yogis ist, das ICH BIN nicht nur innerlich zu sprechen oder im Denken zu umkreisen, sondern es wahr und wirklich in sich zu erleben. Erst wer alle anderen neuen Bereiche des Lebens: Sinne, Körperempfinden, Fühlen, Denken und Spüren in sich selbst durchdrungen hat, kann das Reine Sein in sich finden.

Das Erleben des Reinen Seins verbindet den einzelnen Menschen im abgegrenzten physischen Körper mit der Lebendigkeit des Lebens selbst. Ein Jnana-Yogi lebt im Gewahrsein, dass alles Leben einer Quelle entströmt.

Der Pfad des Jnana-Yogis

So wie der Hatha-Yogi beginnt, seinen Körper zu strecken, beginnt die Jnana-Yogini damit, ihr Bewusstsein zu strecken in all das, was an Erleben in ihr ist und über die Sinne, den Körper, die Seele und den Geist zu ihr gelangt.

Es ist offenkundig, dass wir Menschen sehen, hören, riechen, schmecken und tasten. Es ist offensichtlich, dass unser Körper in jedem Augenblick in seinen Ausdrücken zu uns spricht. Weniger offen liegt das Bewusstsein des eigenen Fühlens, Denkens und Spürens. Obgleich es in jedem Augenblick ebenso geschieht und mit Eindrücken gefüllt ist, wie die Sinne und das Körperempfinden auch.

Wer die Gedanken in sich nicht hört, wer das Gefühl in sich nicht spürt und die Eindrücke des Spürens in sich nicht wahrnimmt, kann sich selbst und den eigenen Weg kaum finden. Denn Denken und Fühlen lenkt und leitet unsere Absichten, unsere Haltungen und Ausrichtungen. Wohin gehst du und wendest du dich, wenn du das Denken in dir nicht hörst und das Gefühl in dir nicht fühlst?

Der Weg des Jnana-Yogis ist der Weg durch das eigene Gemüt hindurch zum Selbst, das dahinter zu liegen scheint und sich doch, wenn einmal gefunden, als Lebendigkeit zeigt, die alles durchdringt.

Jeder Weg des Yoga hat seine Hindernisse. Die Hindernisse des Jnana-Yogis sind die im eigenen Innern errichteten Wände, die bunt bemalt alle möglichen Illusionen darstellen und von sich selbst ablenken.

Kein Yogi geht nur einen der vier Pfade des Yogas und lässt die anderen drei ausser acht. Auch im steten Dehnen des eigenen Bewusstseins ist das Dehnen des Körpers hilfreich, das Singen, Tanzen und der Austausch mit den Nächsten sowie das hilfreiche und notwendige Tun zum Erhalt und zur Pflege des eigenen und gemeinschaftlichen Daseins.

Weitere Worte zum Jnana-Yoga finden Sie, findest du unter der Rubrik Literatur.

© 2020 Jahn Christoph

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